Ngleichzeitig die Erwar-Frank-Olivier Baechler Nach und nach erhob sich der ganze Saal und spendete begeisterten Applaus. Am Ende seines 40-minütigen Gesprächs mit Reto Julmy, Direktor des FAV, wurde Julien Sprunger eine Ehrung zuteil, die seiner aussergewöhnlichen Popularität gerecht wurde. Auch vier Monate nach dem Gewinn des ersten Schweizer Meistertitels der Vereinsgeschichte mit Fribourg-Gottéron erfreute sich der ehemalige Kapitän ungebrochener Beliebtheit. Leadership, Wissensvermittlung, Ausbildung: Seine Anwesenheit passte damit perfekt zum Leitmotiv dieses 9. Herbstauftakts der Unternehmen. Diese Parallele hatte Patrick Gendre bereits zu Beginn gezogen. Für den Präsidenten des Verwaltungsrats des FAV stehen drei von Julien Sprunger verkörperte Werte besonders im Einklang mit der Rolle von Führungskräften sowie Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern: «Loyalität, Widerstandskraft und Demut in der Führung ». Junge Menschen auszubilden, so betonte er, bedeute, „eine mutige Wette der auf lange Sicht» einzugehen: an den Nachwuchs zu glauben, sein Fachwissen weiterzugeben und ihn zu begleiten, wenn er stolpert. «Die Berufsausbildung ist die schönste Investition, die wir als Unternehmensleiterinnen und Unternehmensleiter für die Zukunft unserer Gesellschaft und unserer Region tätigen können.»
Die Motivation zur Weiterbildung aufrechterhalten
Dieser Wille, den Nachwuchs zu begleiten, stand im Mittelpunkt des neuen Formats. Zum ersten Mal fand die Preisverleihung vor dem offiziellen Teil statt, in einem Rahmen, der den Austausch zwischen Unternehmen und Lernenden förderte.
Nicole Meier, Ressortleiterin Bildung beim Schweizerischen Arbeitgeberverband, hob die Stärken des dualen Bildungsmodells hervor, warnte jedoch zugleich vor den wachsenden Anforderungen an die Unternehmen. Einige Unternehmen müssen zunehmend Defizite bei den Grundkompetenzen ausgleichen und die Begleitung der Jugendlichen intensivieren, während gleichzeitig die Erwartungen und Belastungen steigen. Umso wichtiger sei es, die Bereitschaft der Unternehmen, Lernende auszubilden, zu erhalten und die Arbeit der Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern stärker anzuerkennen. «Die Berufsbildung ist die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz», fasste sie zusammen.
Staatsrat Olivier Curty wies seinerseits darauf hin, dass der Kanton über rund 2500 Ausbildungsbetriebe und fast 9500 Lernende verfügt. Auch wenn das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage insgesamt zufriedenstellend ist, gibt es in der Privatwirtschaft in bestimmten technischen Berufen nach wie vor zu wenige Lehrstellen.
«Junge Menschen auszubilden ist eine viel anspruchsvollere Aufgabe, als einfach nur die beste Spezialistin oder der beste Spezialist auf seinem Gebiet zu sein», betonte er und zollte den Unternehmen, die für die Ausbildung des Nachwuchses sorgen, grössten Respekt.
Mehr als nur einen Beruf erlernen
Bei der anschliessenden Podiumsdiskussion kamen Fachleute aus der Praxis zu Wort. Gemeinsam mit Nicole Meier sprachen Vertreter der Krummen Kerzers AG, der Garage-Carrosserie Georges Bovet SA und der Carrosserie Claude Schindler SA über die Vermittlung von Kompetenzen und die Integration junger Menschen in die Arbeitswelt. «Das Ziel ist es, ihnen möglichst viele Methoden und Ratschläge mit auf den Weg zu geben», fasste einer der Ausbildner zusammen.
Der Sonderpreis «Coup de Coeur 2026» verdeutlichte, dass diese Rolle weit über das Erlernen eines Berufs hinausgeht. Die Groupe E Connect SA in Romont wurde für die Begleitung von Mohammad Mirzayi ausgezeichnet. Er war 2020 in die Schweiz gekommen, nachdem er Afghanistan im Alter von 13 Jahren allein verlassen hatte. Zuvor hatte er mehrere Jahre lang keine Schule besuchen können. Er musste Französisch lernen und erhebliche schulische Lücken schliessen, bevor er sein EFZ als Montage-Elektriker erlangte.
Auch im Erfahrungsbericht von Julien Sprunger stand die Wissensweitergabe im Mittelpunkt. Als junger Spieler hatte er selbst während seiner Ausbildung Unterstützung erfahren; später schätzte er es umso mehr, bei Gottéron seinerseits als Mentor für die nachrückenden Generationen da zu sein. Vom Eis zum Unternehmen – der Kreis schloss sich.

Drei Fragen an Julien Sprunger
Nach 25 Saisons im Trikot von Fribourg-Gottéron hat Julien Sprunger seine Karriere auf die wohl schönste Art und Weise beendet: mit dem ersten Schweizer Meistertitel in der Vereinsgeschichte. Der ehemalige Kapitän blickt auf einige Erkenntnisse aus dem Spitzensport zurück, die auch in der Berufswelt ihre Gültigkeit haben.
Sie haben oft junge Spieler von Gottéron begleitet. Was kann eine gute Berufsbildnerin oder ein guter Berufsbildner vom Spitzensport lernen?
In den letzten Jahren hatte ich diese Rolle bei den Jugendlichen häufig inne. In einem sehr wettbewerbsorientierten Umfeld müssen die erfahrenen Spieler sie unter ihre Fittiche nehmen und ihnen das Handwerk beibringen. Man muss ihnen aber auch erlauben, eigene Erfahrungen zu sammeln und manchmal auch Fehler zu machen. Mein Ziel war es, ihnen zu helfen, sich weiterzuentwickeln und das Beste aus ihnen herauszuholen. Und der Austausch funktioniert in beide Richtungen: Die jungen Spieler kommen mit enormer Motivation, sie fordern uns heraus und zwingen auch die älteren Spieler, sich ständig weiterzuentwickeln.
Sie sagen, dass sich in einer Mannschaft jeder wichtig fühlen muss. Wie baut man überhaupt ein Kollektiv auf?
Alles beginnt damit, dass man seine eigene Rolle versteht. Auch wenn ein Spieler nicht das entscheidende Tor erzielt, kann er durch sein Engagement für die Mannschaft unverzichtbar sein. Man muss auch einen Zusammenhalt aufbauen, und das braucht Zeit. Vor der Saison sind wir zum Beispiel für eine Nacht in die Berge gefahren, ohne Handys. Roger Rönnberg hatte eine Karaoke-Anlage mitgebracht, und da sich niemand traute, anzufangen, griff er selbst zum Mikrofon! Das mag wie eine Anekdote klingen, aber ein Team entsteht nicht einfach dadurch, dass man immer wieder
sagt, man wolle gewinnen. Man muss sich kennenlernen und alle müssen an einem Strang ziehen.
Sie haben sich während Ihrer gesamten Karriere weitergebildet. Warum war Ihnen das wichtig?
Mir war immer klar, dass ich nicht bis zu meinem 65. Lebensjahr Eishockey spielen kann. Nach meiner Ausbildung habe ich daher die Berufsmatura absolviert und vor zwei Jahren einen eidgenössischen Fachausweis in Unternehmensführung erworben. Oft habe ich meine Kursinhalte im Mannschaftsbus auf den Fahrten zu den Auswärtsspielen durchgearbeitet: Zwischen den Trainingseinheiten und drei kleinen Kindern war es nicht einfach, Zeit dafür zu finden. Die Idee dahinter war, mich auf die Zeit nach dem Eishockey vorzubereiten und meinen «Werkzeugkasten» zu füllen. Mit 40 Jahren habe ich darin schon einiges an Wissen gesammelt; jetzt möchte ich mir weitere Kompetenzen in der Praxis aneignen.
Preisträger 2026
Bautechnik
- Michel Mooser SA, Charmey mit Jules Gérard Honoré
- Piller&Kratter SA, Riaz mit Maxime Gapany
- Energil Sàrl, Marly mit Ilyès Kthiri
Technik und Mechanik
- Krummen Kerzers AG, Kerzers mit Sabrina Barbara Stoll
- Garage-Carrosserie Georges Bovet SA, Grolley mit Yannis Schöni
- Carrosserie Claude Schindler SA, Bulle mit Marie-Rose Marano
Dienstleistungen, Handel und Gesundheit
- Apotheke Schmitten AG, Schmitten mit Laura Fasel
- Arztpraxis am Bager, Schmitten mit Noemi Zurkinden
- Optic 2000 Murten AG, Murten mit Lavinia Graf
Coup de Coeur
Groupe E Connect SA, Romont mit Mohammad Mirzayi