Nach und nach erhob sich der ganze Saal zu stehenden Ovationen. Auch vier Monate nach dem Gewinn des ersten Schweizer Meistertitels der Vereinsgeschichte mit Fribourg-Gottéron erfreute sich Julien Sprunger ungebrochener Beliebtheit. Doch seine Anwesenheit beim Herbstauftakt der Unternehmen war kein Zufall: Leadership, Weitergabe von Wissen und die Förderung des Nachwuchses bildeten den roten Faden in dieser 9. Ausgabe.
Patrick Gendre zog gleich zu Beginn eine Parallele. Für den Präsidenten des Verwaltungsrats des FAV spiegeln die drei Werte, die Julien Sprunger verkörpert – «Loyalität, Widerstandskraft und Demut in Führung» –, auch die Rolle von Führungskräften sowie Ausbildnerinnen und Ausbildnern wider. «Die Berufsausbildung ist die schönste Investition, die wir als Unternehmensleiterinnen und Unternehmensleiter für die Zukunft unserer Gesellschaft und unserer Region tätigen können.»

Dieses Jahr fand der Herbstauftakt der Unternehmen in einem neuen Format statt: Vor dem offiziellen Teil wurde zunächst die Preisverleihung abgehalten, um den Austausch zwischen Unternehmen und Lernenden zu fördern. Nicole Meier, Ressortleiterin Bildung beim Schweizerischen Arbeitgeberverband, hob die Stärken des dualen Bildungsmodells hervor, verwies aber auch auf die steigenden Anforderungen an die Unternehmen. Ihre Ausbildungsbereitschaft zu erhalten und die Arbeit der Ausbildnerinnen und Ausbildner wertzuschätzen, seien dabei zentrale Anliegen.
Staatsrat Olivier Curty wies seinerseits darauf hin, dass der Kanton Freiburg über rund 2’500 Ausbildungsbetriebe und fast 9’500 Lernende verfügt. Die von der Privatwirtschaft angebotenen Lehrstellen sind jedoch in bestimmten technischen Berufen nach wie vor nicht ausreichend. Eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern der Krummen Kerzers AG, der Garage-Carrosserie Georges Bovet SA und der Carrosserie Claude Schindler SA bot anschliessend die Gelegenheit, diese Herausforderungen aus der Perspektive der Praxis zu beleuchten.

Der Sonderpreis «Coup de Cœur 2026» lieferte hierfür ein eindrucksvolles Beispiel. Die Groupe E Connect SA in Romont wurde für ihre Begleitung von Mohammad Mirzayi ausgezeichnet. Er war im Alter von 13 Jahren allein aus Afghanistan in die Schweiz gekommen und konnte mehrere Jahre lang keine Schule besuchen. Dennoch lernte er Französisch, schloss erhebliche Bildungslücken und erlangte schliesslich das EFZ als Montageelektriker.
Auch im Austausch zwischen Julien Sprunger und Reto Julmy, Direktor des FAV, stand die Weitergabe von Erfahrung im Mittelpunkt. Nachdem Julien Sprunger zu Beginn seiner eigenen Karriere selbst begleitet worden war, übernahm der ehemalige Kapitän nach und nach eine Mentorenrolle für die jungen Spieler von Fribourg-Gottéron. Ob auf dem Eis oder im Unternehmen – dahinter steht dieselbe Überzeugung: Andere zu fördern bedeutet auch, das Kollektiv als Ganzes voranzubringen.

Liste der preisgekrönten Unternehmen und Lernenden nach Kategorie

Bautechnik
Michel Mooser SA, Charmey
mit Jules Gérard Honoré
Piller&Kratter SA, Riaz
mit Maxime Gapany
Energil Sàrl, Marly
mit Ilyès Kthiri

Technik und Mechanik
Krummen Kerzers AG, Kerzers
mit Sabrina Barbara Stoll
Garage-Carrosserie Georges Bovet SA, Grolley
mit Yannis Schöni
Carrosserie Claude Schindler SA, Bulle
mit Marie-Rose Marano

Dienstleistungen, Handel und Gesundheit
Apotheke Schmitten AG, Schmitten
mit Laura Fasel
Arztpraxis am Bager, Schmitten
mit Noemi Zurkinden
Optic 2000 Murten AG, Murten
mit Lavinia Graf

Preis « Coup de Cœur »
Groupe E Connect SA, Romont
mit Mohammad Mirzayi
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