Cortexia: Sich neu erfinden, um die eigene Wirkung zu beschleunigen


Cortexia wurde 2016 gegründet, zu einer Zeit, als erst wenige Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzten, und hat sich als eine der europäischen Pionierinnen der objektiven Messung der Sauberkeit im urbanen Raum etabliert. Ihre Technologie, die in mehreren Städten in der Schweiz und in Europa im Einsatz steht, hat bewiesen, dass sich die Servicequalität verbessern lässt und gleichzeitig die Ressourcen optimiert werden können. Heute schlägt das Freiburger Start-up ein neues Kapitel auf: Nachdem es den Wert seiner Innovation unter Beweis gestellt hat, entwickelt es sein Angebot weiter, um seine Verbreitung zu beschleunigen und eine neue ökologische Herausforderung anzugehen.

Ihre Technologie ist anerkannt. Warum erfinden Sie sich heute neu?

Unsere Mission bleibt dieselbe: die künstliche Intelligenz in den Dienst konkreter Lösungen für die Umwelt zu stellen. Wir haben gezeigt, dass ein Reinigungsdienst auf der Grundlage objektiv gemessener Ergebnisse gesteuert werden kann statt anhand von Touren, die aus Gewohnheit festgelegt werden. Unsere Technologie hatte sich bewährt. Die Herausforderung bestand nun darin, ihre Verbreitung zu beschleunigen – trotz naturgemäss langer Entscheidungszyklen.

Also haben wir ein zweites Mal innoviert. Zunächst mit E.C.O.S., einem Management-Tool, das Daten in operative Entscheidungen umwandelt und die ergebnisbasierte Steuerung für alle Gemeinwesen zugänglich macht, auch ohne Fachwissen in der Datenanalyse. Und danach, indem wir unsere Plattform auf ein neues Gebiet ausgeweitet haben: die Qualität von Bioabfällen.

Warum Bioabfälle?

Werden Bioabfälle sauber getrennt, lassen sich daraus Biogas und natürlicher Kompost gewinnen. Ihr Potenzial wird jedoch durch Störstoffe geschmälert, die als Mikroplastik in landwirtschaftlichen Böden landen können. Gemeinsam mit dem BAFU, Biomasse Suisse, einzelnen Kantonen, Pilot-Gemeinwesen und Industriepartnern
haben wir eine Allianz gebildet, um die Qualität an der Quelle zu verbessern. Unser Clean Biowaste Index (CBI) liefert erstmals eine gemeinsame Sprache, welche die Qualität der Bioabfälle mit der Prävention und den Behandlungskosten verknüpft.

Wer sind Ihre Kunden und welches sind Ihre prioritären Märkte?

Im Bereich Sauberkeit zeigen Schweizer Gemeinwesen und Metropolen wie Brüssel bereits die Vorteile einer ergebnisbasierten Steuerung auf. Mit E.C.O.S. möchten wir diesen Ansatz allen Städten zugänglich machen, unabhängig von ihrer Grösse. Bei den Bioabfällen laufen die ersten Projekte in der Schweiz, und unsere Partnerschaft mit Remondis eröffnet bedeutende Perspektiven in Deutschland. Wir konzentrieren uns auf Länder, in denen die getrennte Sammlung von Bioabfällen bereits weit verbreitet ist.

Welchen Nutzen bringen Sie Ihren Kunden?

Dieser Ansatz hat es Zürich ermöglicht, jedes Jahr mehrere Dutzend Millionen Franken einzusparen. In Basel wird der Sauberkeitsindex auf der Website der Stadt veröffentlicht, was die Transparenz und den Dialog mit der Bevölkerung stärkt. Bei den Bioabfällen verfolgen die meisten Lösungen einen im Wesentlichen technischen Ansatz, indem sie Störstoffe erkennen. Wir bieten ein echtes Steuerungsinstrument, das Gemeinwesen und Betreiber dabei unterstützt, die Qualität der Bioabfälle nachhaltig zu verbessern.

Eine Freiburger Verankerung: Welche Rolle spielt der Kanton Freiburg für Ihre Entwicklung?

Unternehmertum ist ein kollektives Abenteuer. Die Stadt Freiburg war eine der ersten, die uns als Innovationspartner ihr Vertrauen geschenkt hat. Capital Risque Fribourg begleitet uns seit mehreren Jahren als eigentlicher Risikokapitalgeber und bringt sowohl finanzielle Mittel als auch eine entscheidende Glaubwürdigkeit bei Industriepartnern und internationalen Investoren ein. Der Swiss Accelerator von Innosuisse, eines der kompetitivsten Innovationsprogramme des Landes, hat es uns anschliessend ermöglicht, diese neue Phase zu beschleunigen, indem wir unsere Plattform an den Markt der Bioabfälle angepasst haben. Unser Anspruch ist einfach: aus in Freiburg entwickelten Technologien internationale Referenzen im Dienst der Gemeinwesen und der ökologischen Transformation zu machen.