Wissensvermittlung als Triebkraft


Die Groupe E Connect SA setzt seit Langem auf die Berufsbildung, um ihr Fachwissen weiterzugeben und den Nachwuchs zu fördern. Dieses Engagement beruht auf einer strukturierten und individuellen Betreuung.

Mit fast 120 Lernenden räumt die Groupe E Connect SA der Berufsbildung einen hohen Stellenwert ein. Der Werdegang von Mohammad Mirzayi, der aus Afghanistan in die Schweiz kam und trotz erheblicherschulischer Lücken sein EFZ erlangte, veranschaulicht dieses Engagement eindrücklich. Für diese besondere Begleitung wurde das Unternehmen anlässlich des letzten Herbstauftakts der Unternehmen mit dem Sonderpreis «Coup de Cœur» ausgezeichnet.

Marie Nicolet

Die Berufsbildung liegt gewissermassen in der DNA unseres Unternehmens», sagt Cédric Bertschy, Regionalleiter Süd bei Groupe E Connect SA. Das Unternehmen bildet seit vielen Jahren junge Menschen aus und zählt heute fast 120 Lernende. In der Region Süd sind es 38 bei rund 200 Mitarbeitenden. Die meisten absolvieren eine Lehre als Elektroinstallateur/in oder Montage Elektriker/in.

Bei der Begleitung der Lernenden stützt sich Groupe E Connect SA auf ihre «Talents Academy». Diese fördert die beruflichen, methodischen und sozialen Kompetenzen der jungen Menschen. In jeder Niederlas sung ist eine Person für die Begleitung der Lernenden zuständig. Die Lernenden rapportieren jede Woche die ausgeführten Arbeiten und bearbeiten jeden Monat eine Aufgabe zu einer konkreten Situation aus dem Berufsalltag. «Unser wichtigstes Anliegen ist es, sie bestmöglich zu begleiten und ihnen Vertrauen entgegenzubringen», sagt Cédric Bertschy.

Copyright (c) Groupe E

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Ein aussergewöhnlicher Werdegang

Wie wichtig eine individuell angepasste Begleitung sein kann, zeigte sich besonders bei Mohammad Mirzayi. Der gebürtige Afghane verliess sein Land im Alter von 13 Jahren, ohne über grundlegende Kenntnisse in Schreiben und Rechnen zu verfügen. Nach einer mehr als zehnjährigen Odyssee kam er in die Schweiz und fand in Villars-sur-Glâne eine Praktikumsstelle als Elektriker. Sein Interesse und seine Motivation überzeugten das Unternehmen, seine schulischen Lücken machten jedoch eine besondere Betreuung erforderlich.

Groupe E Connect SA bot ihm zunächst ein Vorlehrjahr an, damit er seine Sprach und Mathematikkenntnisse festigen konnte. Anschliessend begann er eine reguläre dreijährige Berufslehre mit Stützkursen in Französisch, Mathematik und Elektrotechnik. «Anfangs waren wir sehr unsicher. Doch seine Entschlossenheit und sein Wille, sein Ziel zu erreichen, waren so gross, dass wir beschlossen, ihm unser Vertrauen zu schenken», sagt der Regionalleiter. Drei Jahre später erlangte Mohammad Mirzayi sein EFZ und erhielt einen unbefristeten Arbeitsvertrag im Unternehmen.

Anerkennung für eine gemeinsame Leistung

Für diese Begleitung wurde Groupe E Connect SA anlässlich des letzten Herbstauftakts der Unternehmen mit dem Sonderpreis «Coup de Cœur» ausgezeichnet. Cédric Bertschy sieht darin eine Anerkennung der gemeinsamen Leistung: «Diese Erfahrung erinnert uns daran, dass jeder Mensch eine Chance verdient.» Besonders hebt er das Engagement der Fachpersonen hervor, die den Lernenden während ihrer Ausbildung nicht nur technische Kompetenzen vermitteln, sondern ihnen auch Orientierung im beruflichen und sozialen Umfeld geben.

Die Erfahrungen mit Mohammad Mirzayi könnten künftig anderen jungen Menschen mit atypischem Werdegang neue Möglichkeiten eröffnen. Angesichts der Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Nachwuchskräften, insbesondere in technischen Berufen, erwägt das Unternehmen, bei unbesetzten Lehrstellen vermehrt mit Organisationen im Bereich der beruflichen Wiedereingliederung zusammenzuarbeiten. Eine Voraussetzung bleibt dabei entscheidend: die Motivation. Denn die Ausbildung von Lernenden erfordert zwar Zeit und Ressourcen, ist für Cédric Bertschy aber zugleich «eine Investition in die Zukunft».

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Kennzahlen

  • Gründungsjahr: Groupe E Connect SA wurde 2003 gegründet; die Gründung der Freiburger  Elektrizitätswerke geht jedoch auf das Jahr 1915 zurück.
  • Anzahl Beschäftigte: 700.
  • Anzahl Lernende: 112, davon 38 in der Region Süd.
  • Tätigkeitsbereich: Elektroinstallationen, Telekommunikation, Photovoltaik, Heizung, Schaltanlagen und elektrische Infrastrukturen.
  • Verantwortlich für die Berufsausbildung: eine verantwortliche Person pro Niederlassung; insgesamt 17, davon fünf in der Region Süd.