Der Freiburger Arbeitgeberverband (FAV) trägt nun offiziell das Label «Freiburger Werte». Dieses neue Label, das von Fribourgissima im Rahmen der regionalen Marke «Freiburg, Land der Werte» entwickelt wurde, zeichnet Akteurinnen und Akteure aus, welche die mit dem Kanton verbundenen Werte konkret verkörpern. Menschliche Nähe, Zuverlässigkeit, Vielfalt, Qualität, Ehrgeiz und Innovation gehören zu den Werten, die das Label hervorhebt. Rund zwanzig Organisationen beteiligten sich an der 2025 gestarteten Pilotphase, darunter auch der FAV. «Wir haben sehr schnell festgestellt, dass die Werte des Labels in hohem Masse mit denjenigen übereinstimmen, die wir in unserer eigenen Charta festgelegt haben», erklärt Lydia Leibzig, Leiterin Marketing und Kommunikation beim FAV. «Die Teilnahme an dieser Pilotphase erschien uns daher naheliegend.» Für den FAV setzte diese Beteiligung einen Prozess fort, der bereits mehrere Jahre zuvor begonnen hatte. Anlässlich seines 75-jährigen Jubiläums im Jahr 2022 setzte sich der Verband vertieft mit seiner Mission, seiner Vision und seinen Werten auseinander. Es ging nicht darum, die Institution neu zu erfinden, sondern in Worte zu fassen, was ihrem Handeln im Alltag gegenüber KMU, Berufsverbänden, Partnern und Mitarbeitenden bereits zugrunde lag. Diese Überlegungen führten zu einer Unternehmenscharta, die gemeinsam mit der Direktion, dem Verwaltungsrat und den Mitarbeitenden erarbeitet wurde. «Eine Charta macht nur Sinn, wenn sie von den Mitarbeitenden verstanden, mitgetragen und gelebt wird», betont Lydia Leibzig. Ziel war es, diese Werte nachhaltig in der Arbeitsweise der Organisation zu verankern.


Ein Blick von aussen auf die Praktiken
Im Jahr 2025 begann Fribourgissima den Zertifizierungsprozess mit mehreren Workshops, an denen die teilnehmenden Organisationen mitwirkten. Dieser Austausch ermöglichte es, die Kriterien für das künftige Label festzulegen. Sie wurden in einem Katalog mit achtzehn Kriterien zusammengefasst, die sich auf fünf Wertegruppen verteilen. Anschliessend führten die Kandidatinnen und Kandidaten eine detaillierte Selbsteinschätzung durch, bevor sie von einem externen Coach individuell begleitet wurden. Für den FAV bot dieser Prozess eine wertvolle Gelegenheit, einen erweiterten Blick auf die eigene Arbeitsweise zu werfen. Die Analyse machte die Stärken der Organisation sichtbar und zeigte zugleich mehrere Entwicklungsmöglichkeiten auf. Zu den besonders gewürdigten Aspekten zählen das langjährige Engagement des FAV für die Aus- und Weiterbildung, seine Verankerung im Freiburger Wirtschaftsgefüge sowie die Aufmerksamkeit, die den Mitarbeitenden und ihrer Entwicklung gewidmet wird. Besonders beeindruckt hat das Team die menschliche und gemeinschaftliche Dimension des Vorhabens. «Der Austausch mit den anderen teilnehmenden Organisationen war besonders bereichernd», betont Lydia Leibzig. «Er hat es uns ermöglicht, unsere Arbeitsweisen mit jenen anderer Akteurinnen und Akteure im Kanton zu vergleichen und unsere Überlegungen für die Zukunft zu vertiefen.»
Die seine Verankerung im Freiburger Wirtschaftsgefüge sowie die Aufmerksamkeit, die den Mitarbeitenden und ihrer Entwicklung gewidmet wird. Besonders beeindruckt hat das Team die menschliche und gemeinschaftliche Dimension des Vorhabens. «Der Austausch mit den anderen teilnehmenden Organisationen war besonders bereichernd», betont Lydia Leibzig. «Er hat es uns ermöglicht, unsere Arbeitsweisen mit jenen anderer Akteurinnen und Akteure im Kanton zu vergleichen und unsere Überlegungen für die Zukunft zu vertiefen.» Die Analyse hat zudem mehrere Entwicklungspotenziale aufgezeigt, insbesondere im Hinblick auf die Integration neuer Technologien und die Weiterentwicklung der Arbeitsmethoden. Dennoch ist die Verleihung des Labels kein Endpunkt. «Dieser Schritt ist viel mehr ein Ausgangspunkt als ein Abschluss», meint Lydia Leibzig. «Nun gilt es, dieses Label und die damit verbundenen Werte im Alltag mit Leben zu füllen und die entstandene Dynamik dauerhaft zu verankern.»
Drei Fragen an Reto Julmy, Direktor des FAV
Was bedeutet diese Zertifizierung konkret für den FAV?
Diese Auszeichnung ist in erster Linie eine Anerkennung unserer Verankerung im Freiburger Wirtschaftsgefüge. Seit vielen Jahren engagiert sich der FAV für KMU, die Wirtschaft im Allgemeinen und insbesondere die Berufsbildung. Das Label bestätigt, dass die Werte, für die wir eintreten, als glaubwürdig wahrgenommen werden und mit unserem Auftrag im Einklang stehen. Es spiegelt sowohl unsere Verbundenheit mit dem Kanton Freiburg als auch unseren Willen wider, zu seiner wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen. Gleichzeitig finden die Überlegungen, die wir in den letzten Jahren zu unserer Identität und unseren Werten geführt haben, Anerkennung.
Inwiefern spiegelt dieses Label die Identität und den Auftrag des FAV wider?
Die Nähe zu den Unternehmen, die Bedeutung, die wir der beruflichen Aus- und Weiterbildung beimessen, sowie der Wille, die Freiburger Wirtschaft nachhaltig zu unterstützen, sind fester Bestandteil unserer DNA. Bei der Ausarbeitung unserer Unternehmenscharta haben wir festgestellt, wie sehr diese Elemente mit den Werten des Labels übereinstimmen. Diese Auszeichnung spiegelt auch einen gewissen Stolz wider: den Stolz, Teil des Freiburger Wirtschaftsgefüges zu sein, zu seiner Entwicklung beizutragen und die Unternehmen und Talente zu begleiten, die es beleben.
Welche Botschaft möchten Sie Organisationen mitgeben, die diesen Schritt in Betracht ziehen?
Ich ermutige sie nachdrücklich, den Schritt zu wagen. Man sollte das Label nicht als eine Prüfung betrachten, die es zu bestehen gilt, sondern als Gelegenheit, einen Schritt zurückzutreten und sich die richtigen Fragen zu stellen. Die Selbsteinschätzung und der Austausch mit dem Coach ermöglichen es, die eigenen Stärken besser zu verstehen, Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen und manchmal sogar neue Denkanstösse zu erhalten. Ich war anfangs selbst etwas skeptisch, habe die Erfahrung jedoch als sehr bereichernd erlebt. Das Label zu erhalten, ist natürlich eine grosse Genugtuung, zugleich aber auch eine Verantwortung. Die Werte, für die wir einstehen, müssen sich konkret in unseren Entscheidungen, unserer Arbeitsweise sowie in den Beziehungen zu unseren Mitarbeitenden und Partnern widerspiegeln.