Wenn Leidenschaft Schule macht


Das Familienunternehmen Garage Berset SA setzt konsequent auf Ausbildung, um den Nachwuchs gezielt zu fördern. Zwischen technischen Anforderungen und menschlichen Werten nimmt die Berufslehre einen zentralen Stellenwert ein.

Bei der Garage Berset ist die Berufsbildung weit mehr als nur eine Pflichtübung: Sie bildet einen strategischen Grundpfeiler des Unternehmens. Die beiden Geschäftsführerinnen Sophie und Valérie Berset setzen auf ein Modell, das Wissensvermittlung, persönliche Begleitung und Leidenschaft für den Beruf vereint. Für dieses Engagement wurde das Unternehmen beim letzten Herbstauftakt der Unternehmen als bester Ausbildungsbetrieb in der Kategorie Technik und Mechanik ausgezeichnet.

In den beiden Werkstätten der Garage Berset – sei es in Marly oder in La Tour-de-Trême – beschränkt sich die Ausbildung nicht nur auf das Erlernen eines Berufs. Sie ist Teil einer umfassenderen Vision eines Familienunternehmens, das neben Fachwissen auch soziale Kompetenzen vermittelt. «Mechanik ist eine Sache, aber die Werte, die dahinterstehen, sind genauso wichtig», fasst Direktorin Sophie Berset zusammen. Alle Lernenden profitieren von einer strukturierten Begleitung durch einen fest zugewiesenen Ausbildner sowie von einer gemeinschaftlichen Betreuung. «Sie haben zwar eine Ansprechperson, doch letztlich steht ihnen das gesamte Team zur Seite», so Valérie Berset, Leiterin HR. Ein Ansatz, der die individuelle Entwicklung fördert und gleichzeitig ein optimales Lernumfeld schafft.

Eine anspruchsvolle und menschliche Ausbildung

Das Unternehmen betont, wie wichtig es ist, sich Zeit für die Jugendlichen zu nehmen. Gerade in den ersten Jahren ist ein erheblicher Betreuungsaufwand erforderlich, bevor sich schrittweise mehr Selbstständigkeit entwickelt. «Man kann sie nicht einfach allein lassen und ihnen sagen, was sie tun sollen. Man muss sie begleiten und inspirieren, damit sie eine echte Leidenschaft für den Beruf entwickeln», erläutert die Personalleiterin. Über die fachlichen Kompetenzen hinaus legt die Garage Berset grossen Wert darauf, die Lernenden zu vollwertigen Fachkräften auszubilden. Sie stehen im direkten Kontakt mit der Kundschaft, lernen, sich im Unternehmen angemessen zu verhalten, und entwickeln ihr Verantwortungsbewusstsein. «Es geht auch darum, ihnen den Einstieg in die Berufswelt zu erleichtern », erklärt sie. Dieser Ansatz erfordert ein hohes Mass an Anpassungsfähigkeit. Jeder Werdegang ist individuell, und die Begleitung wird entsprechend gestaltet. «Es gibt keine dummen Fragen. Man muss sich trauen und den Dialog suchen», betont Valérie Berset.

Eine strategische Herausforderung für die Branche

In einer Branche im Umbruch, geprägt von Elektrifizierung und zunehmender Elektronik, wird die Ausbildung zu einem entscheidenden Faktor. «Wenn wir eine stabile Zukunft sichern wollen, müssen wir junge Menschen ausbilden», hält Sophie Berset fest. Zugegebenermassen sieht sich das Unternehmen, wie die gesamte Branche, mit einem angespannten Arbeitsmarkt konfrontiert, insbesondere bei Mechatronikerinnen und Mechatronikern.
Vor diesem Hintergrund erweist sich die Ausbildung des eigenen Nachwuchses als unverzichtbar. «Ohne sie sind wir nichts», fasst die Direktorin zusammen. Dieses Engagement für die Berufsbildung wurde anlässlich des letzten Herbstauftakts der Unternehmen, der Leitveranstaltung des FAV, gewürdigt: Die Garage Berset wurde als bester Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet. «Diese Auszeichnung ist eine Anerkennung für das grosse Engagement unserer Teams», sagt Valérie Berset. Sophie Berset ergänzt: «Es hat uns sehr berührt, denn es unterstreicht all das, was wir tagtäglich leisten, und hat uns grossen Auftrieb gegeben.»

  • Gründungsjahr des Unternehmens: 1951
  • Anzahl Beschäftigte: 32
  • Anzahl Lernende: 3
  • Tätigkeitsbereich: Automobil, Mobilität und Elektrifizierung
  • Verantwortlich für die Berufsausbildung: Nicolas Bruegger (Standort Marly) und
  • Damien Audergon (Standort La Tour-de-Trême)