Seit 2019 bildet die AebiTech SA Lernende zu Gebäudetechnikplanerinnen und -planern aus. Für ein KMU mit sieben Mitarbeitenden ist dies ein starkes Engagement, zumal das Unternehmen bewusst die Qualität der Betreuung über die Quantität stellt. Beim letzten Herbstauftakt der Unternehmen wurde es als bester Ausbildungsbetrieb in der Kategorie Bautechnik ausgezeichnet.
Im März 2019, kaum sechs Monate nach der Gründung, erhielt die AebiTech SA die Bewilligung, Lernende im Bereich Gebäudetechnikplanung mit Fachrichtung Heizung auszubilden. Seither wird jeweils eine Lernende oder ein Lernender ausgebildet – eine Entscheidung, die mit der Betriebsgrösse zusammenhängt. «Wenn wir mehr Lernende einstellen würden, wäre es angesichts unserer Arbeitsbelastung schwierig, sie alle angemessen zu betreuen und auf ihrem Weg zu begleiten. Genau das ist jedoch unser Anspruch: Wir wollen gründlich ausbilden, und das braucht Zeit», erklärt Christophe Aebischer, Geschäftsführer und Verantwortlicher für die Berufsausbildung.
Zwar erhält AebiTech SA zahlreiche Bewerbungen, doch nur wenige entsprechen dem gesuchten Profil. Gesucht werden Schülerinnen und Schüler mit einem soliden Allgemeinbildungsniveau, wobei etwas reifere Bewerbende bevorzugt werden, da sie den Anforderungen des Berufs oft besser gewachsen sind. Alle Kandidatinnen und Kandidaten absolvieren zunächst ein dreitägiges Schnupperpraktikum, gefolgt von einer einwöchigen Vertiefung, um Fähigkeiten und Motivation zu beurteilen. «Mit 15 oder 16 Jahren ist es nicht einfach, seinen Weg zu finden. Mit diesen Schnupperpraktika wollen wir ihnen zeigen, was unser Beruf konkret beinhaltet », so der Firmenchef.


Nach der Einstellung werden die Lernenden systematisch begleitet. Ergänzend zum halbjährlichen Bericht an den Branchenverband in Morges hat die AebiTech SA ein internes Instrument mit einem Kompetenzraster entwickelt, das hilft, Stärken und Entwicklungsbereiche zu erkennen. «Diese detaillierte Betreuung verleiht unserem Feedback, das wir ihnen geben, zusätzliche Bedeutung», betont Christophe Aebischer. «Es geht nicht um eine pauschale Beurteilung, sondern um ein konkretes Instrument zur Weiterentwicklung.»
Ausbilden als wirtschaftliche Notwendigkeit
Für den Geschäftsführer ist die Berufsausbildung eine wirtschaftliche Notwendigkeit. In einer Branche, die im Zuge der Energiewende stark wächst, dürfte sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen. Trotz der Bemühungen der Branche bleibt es schwierig, junge Talente zu gewinnen. Christophe Aebischer, der sich auch bei suissetec Freiburg engagiert hat, stellt fest: «Man spricht von 2050, von Energie und von Dekarbonisierung, doch das weckt oft nur wenig Interesse bei Jugendlichen, Eltern, Schulen oder Berufsberatenden. Häufig werden die besten Profile in akademische Studiengänge gelenkt, obwohl die Berufslehre zahlreiche Türen öffnet und attraktive berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bietet.» Die Auszeichnung, die im Rahmen des Herbstauftakts der Unternehmen 2025 in der Kategorie Bautechnik verliehen wurde, würdigt dieses Engagement – ein gemeinsamer Stolz für das gesamte Team. Für Christophe Aebischer unterstreicht sie die Bedeutung einer anspruchsvollen Berufsausbildung in einer Branche, die diese mehr denn je benötigt.
- Gründungsjahr des Unternehmens: 2018
- Anzahl Beschäftigte: 7
- Anzahl Lernende: 1
- Tätigkeitsbereich: Energie- und Gebäudetechnik (Heizung und Lüftung)
- Verantwortlich für die Berufsausbildung: Christophe Aebischer