Mit derzeit fünf Lernenden und einer Weiterbeschäftigungsquote von 80 bis 90 Prozent nach abgeschlossener Lehre macht die Freiburger Niederlassung von Hälg & Co. AG die Berufsausbildung zu einem strategischen Grundpfeiler. Diese Überzeugung reicht bis in die oberste Führungsebene des Unternehmens, das beim letzten Herbstauftakt der Unternehmen als bester Ausbildungsbetrieb in der Kategorie Bautechnik ausgezeichnet wurde.
De Ausbildung von Lernenden gehört bei Hälg & Co. AG seit dem ersten Tag dazu. Nicht als Pflicht, nicht als Geste des guten Willens, sondern aus tiefer Überzeugung. Dieser Grundsatz
zieht sich wie ein roter Faden durch die 75-jährige Geschichte des Unternehmens in Freiburg. Die 1950 eröffnete Freiburger Niederlassung war der erste Standort der Gruppe in der Westschweiz – eine Vorreiterrolle, die sich auch in ihrer Ausbildungstradition widerspiegelt. Heute absolvieren hier fünf junge Menschen eine EFZ-Lehre als Heizungsinstallateur/-in oder Lüftungsanlagenbauer/-in. Eine Zahl, die auf den ersten Blick bescheiden erscheinen mag, in einer Branche mit chronischem Fachkräftemangel jedoch besonders ins Gewicht fällt
Ein ausgetrockneter Arbeitsmarkt
ie Situation ist hart: Im Bereich der Gebäudetechnik liegt die Arbeitslosenquote bei null. «Qualifiziertes Personal in unseren Berufsfeldern ist kaum verfügbar», erklärt Dominique Huguet, Leiter der Freiburger Niederlassung. «Arbeitslose Fachkräfte gibt es praktisch keine. Das bedeutet: Wenn wir keine Lernenden ausbilden, haben wir später keine Möglichkeit, qualifizierte Arbeitskräfte einzustellen.» Die Ausbildung ist eine Frage des Überlebens für ein Unternehmen, das sich nicht von einem Arbeitsmarkt abhängig machen möchte, der den Bedarf an Fachkräften nicht decken kann. «Alle Unternehmen sollten Lernende ausbilden. Viele verzichten darauf, weil es aufwendig ist, und versuchen stattdessen, bereits von anderen Unternehmen ausgebildete Fachkräfte einzustellen. Das ist ein Fehler in diesem Markt», fährt Dominique Huguet fort. Bei Hälg & Co. AG in Freiburg erfolgt die Rekrutierung von Lernenden nach klar definierten Kriterien. Das Unternehmen erhält jedes Jahr rund fünfzig Bewerbungen. Die Auswahl erfolgt im Rahmen eines zweiwöchigen Pflichtpraktikums, das von den Chefmonteurinnen und Chefmonteuren beurteilt wird. «Wir berücksichtigen die schulischen Leistungen; die persönliche Eignung ist jedoch wichtiger als die Noten», erklärt Maxime Page, Verantwortlicher für die Berufsausbildung. Diese sorgfältige Vorauswahl zahlt sich aus: 80 bis 90 Prozent der ausgebildeten Lernenden bleiben nach Abschluss ihrer Ausbildung im Unternehmen.
Ein kollektiver Stolz
Ausbilden bedeutet auch, Wissen weiterzugeben. Bei Hälg & Co. AG in Freiburg beschränkt sich die Ausbildung nicht nur auf das Erlernen technischer Fertigkeiten, sondern vermittelt eine ganze Berufskultur. «Man muss sehr diplomatisch sein und gut zuhören können», fasst Dominique Huguet zusammen. «Unser Ziel ist es, diese jungen Menschen so auszubilden, dass sie zu kompetenten und vertrauenswürdigen Fachkräften werden. Während ihrer gesamten Ausbildung ermutigen wir sie, offen und neugierig zu bleiben.» Diese Investition in den Nachwuchs hat jedoch auch eine Kehrseite: Sie ist anspruchsvoll. Die Fortschritte zu messen, die Qualität der Arbeit zu kontrollieren und die Lernenden sowohl bei Schwierigkeiten als auch bei ihren Erfolgen zu begleiten – all das erfordert Zeit und Energie. «Wir geben ihnen viel, deshalb stellen wir auch hohe Anforderungen an sie», betont Maxime Page. Im Jahr 2025 wurde dieses Engagement beim Herbstauftakt der Unternehmen mit dem Preis als bester Ausbildungsbetrieb gewürdigt. Eine Anerkennung, die weit über die beiden direkt an der Ausbildung beteiligten Personen hinausgeht. «Das ist eine Ehre für das gesamte Team», betont Dominique Huguet und erinnert daran, dass die ganze Unternehmenshierarchie in die Betreuung der jungen Menschen eingebunden ist, von den Chefmonteurinnen und Chefmonteuren über die technischen Fachkräfte bis hin zu den Führungskräften.
- Gündungsjahr des Unternehmens: Die Hälg-Gruppe wurde 1922 gegründet und die Freiburger Niederlassung 1950 eröffnet.
- Anzahl Beschäftigte: 1308 bei der Hälg-Gruppe, davon 60 in Freiburg
- Anzahl Lernende: 103 bei der Hälg-Gruppe, davon 5 in Freiburg Tätigkeitsbereich: Gebäudetechnik, insbesondere Heizung, Lüftung, Sanitär, Kanalreinigung und Blitzschutz – Letzteres eine Spezialität in Freiburg
- Verantwortlich für die Berufsausbildung: Maxime Page für die Lernenden in
Freiburg