Florent Lacilla: «Ohne Unterstützung hätte ich das nicht geschafft»


Mit viel Reife und Bescheidenheit blickt der Freiburger Florent Lacilla auf seine berufliche Laufbahn zurück, die Respekt abverlangt: von den Ursprüngen seiner Leidenschaft über seine Siege an verschiedenen Meisterschaften, darunter «bester Mechatroniker der Welt», bis hin zu seinen Zukunftsplänen.

«Ich war schon von klein auf damit in Kontakt und die Familienbande war definitiv mitentscheidend», antwortet Florent lachend auf die Frage, woher bei ihm dieser starke Bezug zur Mechanik komme. Der in Cottens geborene 23-Jährige begriff schon in jungen Jahren, dass er handwerkliches Geschick hatte. Zudem ist sein Interesse für die Mechanik stetig angestiegen. In der noch immer von seinen Eltern geführten Garage in Matran absolvierte er im Sommer regelmässig Praktika. Es erschien ihm daher logisch, seine Leidenschaft zu seinem künftigen Beruf zu machen: Automobil-Mechatroniker. Die gegebenen Voraussetzungen hinderten ihn nicht daran, auch in anderen Garagen Erfahrungen zu sammeln. «Ich wollte sehen, wie so ein Betrieb funktioniert, und mich nicht auf zuhause beschränken», erklärt Florent. Dank seiner bereits greifbaren grossen Entschlossenheit schaffte er es ohne Probleme, eine Lehrstelle für die vierjährige EFZ Ausbildung zu erhalten und die Lehre mit Leichtigkeit zu absolvieren.

Von der Goldmedaille zum Weltmeister
Mit dem EFZ in der Tasche nahm er 2018 an den SwissSkills teil und gewann auf Anhieb die Goldmedaille und Zufriedenheit, trotz anfänglichen Zweifeln an seinem Erfolg: «Am Ende begreift man, dass es ausreicht, besser zu sein als der Zweitplatzierte», erinnert sich Florent lachend. Mit dem Elan des Erfolgs im Rücken wagte er sich an den nächsten Wettbewerb (SwissSkills 2019), auch diesen gewann er überzeugend. Der erneute Gewinn gab ihm den nötigen Schub, noch weiter zu gehen: Nun fasste er die Weltmeisterschaften ins Visier! Jedoch wären die WorldSkills 2022 (die ursprünglich in Shanghai stattfinden sollten) wegen der Pandemie beinahe nicht zustande gekommen. Als die verschiedenen Organisationen, darunter auch die Schweiz, schliesslich die Umsetzung übernahmen, waren alle Beteiligten erleichtert. «Wir wurden dadurch nur noch heisser auf den Wettbewerb», unterstreicht der Freiburger, bevor er begeistert hinzufügt: «Mein Coach Michel Tinguely hat dafür die richtigen Worte gefunden: wie Pferde in den Startblöcken!»

In den Augen von Florent waren es genau diese Faktoren und Personen, die ihm dazu verholfen haben, Weltmeister zu werden: die Begleitung durch seinen Coach, die wichtige Unterstützung seiner Familie und seiner Kollegen, des AGVS sowie der Berufsschule Freiburg. Nicht vergessen gehen sollte auch der zielgerichtete Austausch mit dem Schweizer Team und einem ehemaligen Champion (Anm. d. Red.: Flavio Helfenstein, weltweit bester Mechatroniker 2011). «Ohne Unterstützung hätte ich das nicht geschafft», wiederholt Florent gerne und mit Bescheidenheit, bevor er ergänzt: «In der Schweiz wurden wir wirklich hervorragend ausgebildet.» Der Champion ist überzeugt, dass zusätzlich zu seiner Vorbereitung auch seine Stressresistenz und seine Erfahrungen in der Branche nicht zu unterschätzende Trümpfe waren. Nach seiner Meinung zur Lehre befragt, antwortet der ehemalige Lernende: Die Nähe zur Praxis, zum Konkreten ist ein unbestreitbarer Vorteil. «Man muss wissen, wie etwas in echt aussieht und zu bewerkstelligen ist – was man in der Schule lernt, reicht dazu nicht aus», meint er, und fügt überzeugt hinzu: «Anders als viele denken, schliesst in der Schweiz eine Lehre nicht die Türen, vielmehr ist das Gegenteil der Fall.»

Mit den Füssen auf dem Boden und mit Zukunftsplänen
Ein erfüllter Traum, eine hochverdiente dritte Auszeichnung und eine Anerkennung in der Automobilbranche: Florent kann gelassen in die Zukunft blicken. Er hofft, dass sein Name in Erinnerung bleiben wird, bleibt aber mit den Füssen auf dem Boden: «Es gibt keine Wunder, man muss arbeiten, mit Leidenschaft für den Beruf, um das zu erreichen, was man will», erkennt Florent. Auch wenn geplant ist, dass er zusammen mit seinem Bruder den Familienbetrieb übernimmt, möchte Florent vorgängig den eidgenössischen Fachausweis für Automobildiagnostiker erwerben. Gegenwärtig ist er Werkstattchef und zeigt sich bereit, den Betrieb künftig zu leiten. Dabei ist er sich der möglichen Herausforderungen bewusst und weiss, welche Ziele erreicht werden müssen, um das Weiterbestehen des Unternehmens zu sichern, etwa eine noch konsequentere Ausrichtung auf den Elektroantrieb.