Die Vereinigung der Westschweizer Berufsmeisterschaften der Lernenden im Garten- und Landschaftsbau (Association du concours romand des apprenti·e·s paysagistes ACRAP) entstand auf Initiative von fünf Westschweizer Kantonen, die die Selektion ihrer Lernenden im Garten- und Landschaftsbau professionalisieren wollten. Im Mai 2026 findet in Sitten die dritte Austragung dieser Meisterschaften statt. Ziel ist es, ein Team aus der West schweiz an die SwissSkills zu entsenden, das mit der Konkurrenz aus der Deutschschweiz mithalten kann. Der Freiburger Arbeitgeberverband (FAV) übernimmt dabei seit fast vier Jahren die Sekretariatsaufgaben.
Bevor die ACRAP existierte, organisierte die West schweiz ihre Teilnahme an den SwissSkills nur wenig strukturiert im Rahmen der Fachmesse Habitat et Jardins im Kanton Waadt. Die Gesundheits krisesetzte diesem informellen Rahmen ein Ende: Die Messe schrumpfte zunehmend, bis sie vorläufig ganz verschwand. Vor diesem Hintergrund kamen die Präsidenten der fünf Regionalverbände von JardinSuisse – Freiburg, Wallis, Waadt, Genf und BEJUNE (Bern, Jura, Neuenburg) – zusammen, um über eine tragfähigere Organisation zu beraten. Tatsächlich landeten die Teams aus der Westschweiz aufgrund mangelnder struktureller Vorbereitung bei den Schweizer Berufsmeisterschaften häufig auf den hinteren Plätzen. «Wir haben nach einer Lösung gesucht, um das Ganze professioneller zu gestalten», fasst Erich Kaderli, Vorstandsmitglied der ACRAP und Präsident von Jardin Suisse Kanton Freiburg, zusammen. Aus diesen Gesprächen entstand die ACRAP. Jeder Kantonalverband von JardinSuisse in der Westschweiz beteiligt sich an der Finanzierung der Meisterschaft, ergänzt durch zusätzliche Mittel sowie durch private Sponsoren. Die Organisation ist einfach: Jede Region der Westschweiz entsendet zwei Teams mit je zwei Lernenden. Zehn Teams treten somit während zweieinhalb Tagen gegeneinander an, vor einer Jury aus sechs Expertinnen und Experten, die mit den Kriterien der SwissSkills bestens vertraut sind. Die Disziplinen – etwa Pflästerung, Mauerwerk, Bepflanzungen oder die Gestaltung eines Teiches – spiegeln in kompakter Form wider, was die Kandidatinnen und Kandidaten auf nationaler Ebene erwartet.

Sitten 2026: Ein Wettbewerb, der in die Stadt zieht
Die erste Austragung der Berufsmeisterschaften der Lernenden fand im Kanton Freiburg im Rahmen eines Gartenfestes in Grangeneuve statt. Die zweite Auflage wurde in Genf durchgeführt, die dritte wird im kommenden Mai in Sitten mitten in der Stadt ausgetragen. Auf die Walliser Veranstaltung folgen die Kantone BEJUNE und Waadt, bevor der Kreislauf in Freiburg von Neuem beginnt. Diese Rotation garantiert eine starke territoriale Verankerung und mobilisiert jedes Mal die Triebkräfte der Gastregion. ie Ausgabe 2026 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Meisterschaften. Auf Initiative von JardinSuisse Kanton Wallis und der Stadt Sitten hat die Organisation beschlossen, den Place du Midi – eine zentrale Verkehrsachse der Walliser Kantonshauptstadt – nicht nur für vier Tage, sondern für den ganzen Sommer zu sperren. Die Arbeiten der Lernenden, die überarbeitet und an die Sicherheitsanforderungen für den Publikumsverkehr angepasst wurden, werden bis Ende August zu sehen sein. «Die Idee dahinter ist, die Berufsausbildung, die Branche und die Pflanzenwelt in den Vordergrund zu rücken», erklärt Nicolas Bonvin, Präsident der ACRAP und von JardinSuisse Kanton Wallis. Ergänzt werden die Gestaltungen der Lernen den durch Gestaltungselemente, die von Unternehmen aus der Region realisiert werden und dem Platz eine echte pflanzliche Dynamik verleihen. In diesem Jahr geht es bei den Westschweizer Berufsmeisterschaften um mehr als nur einen lokalen Wettbewerb. Das Siegerteam qualifiziert sich für die SwissSkills 2027. Und die Perspektiven werden noch attraktiver: Das Siegerteam der SwissSkills wird an den WorldSkills 2028 teilnehmen können. Das Team, das die Silbermedaille gewinnt, qualifiziert sich für die EuroSkills 2029, die in Genf stattfinden werden. «In Genf an den EuroSkills teilzunehmen, sollte das Ziel des Westschweizer Teams sein, das die Meisterschaft 2026 gewinnt», sagt Erich Kaderli mit Zuversicht.

Freiburg: anspruchsvoller Ausbildende und ernst zu nehmender Konkurrent
Für die Austragung 2026 stellt der Kanton Freiburg zwei Teams mit Lernenden im dritten Jahr ihrer EFZ Ausbildung zusammen. Die Auswahl erfolgt hauptsächlich durch Pascal Tena, Ausbildner in Grangeneuve, der die Vorbereitungen in Freiburg koordiniert. Die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten ist nicht ganz einfach, da sich nur wenige Freiwillige zur Verfügung stellen. Die Teilnahme an den Westschweizer Meisterschaften erfordert nämlich einen erheblichen Zeitaufwand: rund sechs ganze Samstage Training, zuätzlich zur Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfungen. Diese Belastung schreckt viele Lernende ab, auch wenn die Erfahrung letztlich von allen als positiv erlebt wird. «Nach den Wettkämpfen sind sie froh, teilgenommen zu haben. Das hilft ihnen, gelassener in die Abschlussprüfungen zu gehen», beobachtet der Ausbildner und fügt hinzu: «Ich würde sagen, dass das Niveau der Wettkämpfe etwa dreimal so hoch ist wie jenes der Abschlussprüfungen», betont Pascal Tena. Eine anspruchsvolle, aber lehrreiche Herausforderung, die die Jugendlichen technisch und mental vorbereitet. Und die Ergebnisse aus Freiburg sind ein Beweis für die Berechtigung dieser Anforderungen. Der Kanton gewann die erste Ausgabe der Westschweizer Meisterschaft in Grangeneuve und belegte bei der Genfer Austragung den zweiten Platz, nur drei Punkte hinter dem Siegerteam. «Ich würde nicht sagen, dass die Freiburger Teilnehmenden besser sind als die anderen, aber sie haben den Vorteil, gut vorbereitet zu sein, und wir verlangen viel von ihnen», relativiert Pascal Tena.
Freiburg, administrative Drehscheibe und Angelpunkt
Das Sekretariat der ACRAP wird seit fast vier Jahren vom Freiburger Arbeitgeberverband geführt. Die Vereinigung suchte einen stabilen, kompetenten Partner, der mit den Gegebenheiten der Berufsbildung vertraut ist. Der Freiburger Arbeitgeberverband, der bereits auf anderen Ebenen bei den SwissSkills engagiert ist, sagte sofort zu. «Sie verfügen über viel Wissen und sind eine wichtige Stütze für uns», sagt Erich Kaderli. Dieser Vorteil ist umso wertvoller, da sich die Organisationsteams bei jeder Austragung ändern. Das Sekretariat hingegen sorgt für Kontinuität.
Die Westschweizer Berufsmeisterschaften der Lernenden im Garten- und Landschaftsbau 2026 finden vom 29. bis 31. Mai in Sitten statt. Das vollständige Programm finden Sie unter www.fete-paysage-jardins.ch.
- 2018 – Gründung der ACRAP
- 2022 – Die Westschweizer Berufsmeisterschaften der Lernenden im Garten- und Landschaftsbau fanden in Grangeneuve statt.
- 2024 – Die Meisterschaften fanden in Genf statt.
- 2026 – Die Meisterschaften finden in Sitten statt.