Einblicke von Experten in das Herz der Unternehmen


Die Freiburger Hochschulen (HES-SO//FR) haben einen KMU-Hub eingerichtet. Dieser soll Unternehmen fächerübergreifend unterstützen. Swiss Car Barras und die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) konnten bereits Nutzen aus diesem Fachwissen ziehen.

Foto Swiss Car Barras

Die Coronavirus-Krise im Frühjahr hat zahlreiche Freiburger Unternehmen getroffen. Darunter die TPF, die auf dem Höhepunkt der Krise bis zu 80 % weniger Fahrgäste verzeichneten. Auf Anregung des KMU-Hubs veranlasste das Unternehmen eine Qualitätsumfrage, um die Bedürfnisse der Kunden und deren verändertes Verhalten zu ermitteln. Dank der spezifischen und fächerübergreifenden Kompetenzen der HES-SO Freiburg konnten die TPF bei Coronavirus-relevanten Fragen eine Neuromarketing-Komponente anwenden. «Dank dieser wissenschaftlichen Methode lässt sich feststellen, wie schnell die Befragten antworten, was Rückschlüsse darüber erlaubt, ob sie von den Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus überzeugt sind», erläutert Delphine Meyer, Verantwortliche für Produktentwicklung und Innovation bei den TPF.

Das Unternehmen hat bereits erste Studienergebnisse erhalten. Die TPF-Mitarbeiterin erklärt: «Die Menschen haben eine tief verwurzelte Angst vor dem Coronavirus, die ihr Verhalten beeinflusst». Die Umfrage zeigt ebenfalls, dass die Nutzer die Massnahmen zwar einhielten, aber nicht von ihrem Nutzen überzeugt seien. «Wir gleichen diese Daten gegenwärtig mit unseren Erfahrungen ab, um Massnahmen zur Beruhigung unserer Kunden zu treffen», fasst Delphine Meyer zusammen. Sie meint, dies könnte in Form von Kommunikationskampagnen geschehen.

GEZWUNGEN, ABSTAND ZU NEHMEN

Anderes Unternehmen, andere Methoden. Das Unternehmen Swiss Car Barras aus Riaz ist in der Region in der Pannenhilfe tätig, im Auftrag von Versicherungsgesellschaften aber auch in ganz Europa. Es nahm ebenfalls die Dienste des KMU-Hubs
in Anspruch. Das 1995 gegründete Unternehmen hat unter den Einschränkungen im Frühjahr gelitten. «Das Coronavirus hat uns genötigt, eine Pause einzulegen und Abstand zu nehmen », erklärt Geschäftsführer Florian Barras. Bei dieser Gelegenheit
haben wir ein externes Coaching in Anspruch genommen.»

Ganz konkret haben sich mehrere Fachleute vor Ort begeben, um die Unternehmenssituation, die Arbeitsorganisation und die Gesundheitsmassnahmen usw. zu begutachten. Die Besuche und Gespräche haben ergeben, dass verschiedene Anpassungen, allen voran in der Verwaltung, notwendig sind. Der KMU-Hub hat dazu einen Bericht mit Lösungsansätzen, insbesondere in Sachen Digitalisierung, verfasst. «Aufgrund der bedeutenden Digitalisierungskosten haben wir bislang noch nichts umgesetzt, aber wir haben bereits Offerten eingeholt», erklärt Florian Barras. Durch die modulare Neugestaltung einiger Stellen konnte die Verwaltung neu geordnet werden ohne Entlassungen vorzunehmen.

Beide Unternehmen anerkennen die Professionalität der Fachleute der HES-SO//FR: «Sie sind diskret und haben es verstanden, die notwendigen Bande zu knüpfen, um bestimmte Facetten unserer Organisation hervorzuheben», sagt Florian Barras. Delphine Meyer ergänzt: «Wir profitieren von der Erfahrung
der Experten und sie können sich in der Praxis üben, es ist eine Win-Win-Situation.»

 

DER KMU-HUB HAT EINE ROLLE ZU SPIELEN

Die zweite Welle der Corona-Pandemie stellt die Freiburger Unternehmen vor neue Herausforderungen. Als Zusammenschluss der vier Freiburger Fachhochschulen spielt der KMUHub hierbei eine bedeutende Rolle, indem er den Institutionen, den Sozial- und Gesundheitsorganisationen sowie den KMU sein Fachwissen zur Verfügung stellt. «Obschon wir im Frühjahr bereits viel gelernt haben, bestehen noch viele Unwägbarkeiten », erklären die KMU-Hub-Sprecher Jean-Marie Ayer und Stéphanie Perroud. «Wir sind hier, um Antworten zu geben. Die Erfahrungen der letzten Monate könnten auch für Einrichtungen aus Tourismus und Kultur von Nutzen sein, beispielsweise bei künftigen Projekten wie Be resilient.»

Obwohl der KMU-Hub bislang Unternehmen im Umgang mit der Coronavirus-bedingten wirtschaftlichen und sozialen Krise unterstützt, wurde er nicht speziell zu diesem Zweck geschaffen und er wird auch danach weiterbestehen. «Der KMU-Hub wird mit jedem Projekt weiterwachsen. Wir haben einen pragmatischen Ansatz und unser Ziel ist, eine wendige Organisation zu schaffen, die sich den Gegebenheiten anzupassen weiss», erklären Stéphanie Perroud und Jean- Marie Ayer. Eine der Herausforderungen des KMU-Hub liegt in der Unternehmensdigitalisierung, ein in Corona-Zeiten aktuelles, fachübergreifendes Thema.

Kontaktieren Sie den KMU-Hub:
026 429 63 87
oder hub.pme@hefr.ch
www.hubsolidarity.hefr.ch/blog/

Foto TPF / M. Kultscher C. Garcia