Das Schweizer Geheimnis für Ihren Karrierestart

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Das Schweizer Geheimnis für Ihren Karrierestart

Ein Ausbildungssystem in Colorado (USA) basiert auf dem schweizer Modell. Bericht einer amerikanischen Journalistin.

Ein einzigartiges Jugendausbildungsprogramm in Colorado soll die Studierenden auf die Branchen der Zukunft vorbereiten, indem es ein europäisches Erfolgsmodell widerspiegelt.

Ben Roueche ist 17 Jahre alt und gehört zur ersten Klasse der Lehrlinge in einem Colorado-Programm, das im vergangenen Sommer unter dem Namen CareerWise gestartet wurde. Es stellt Colorados Versuch dar, ein ungewöhnliches, landesweites Ausbildungssystem für Jugendliche zu schaffen. "Dieses Programm ist umfangreicher als fast jede andere breite Ausbildung, die ich kenne", sagte Harry Holzer, Professor für Staatspolitik an der Georgetown University. Die Ziele sind ehrgeizig: Die Gründer von CareerWise versuchen, die heutige Jugend sowohl auf gut bezahlte Jobs in den Zukunftsbranchen vorzubereiten als auch eine Kultur zu verändern, die darauf besteht, dass jeder 18-Jährige die Matura macht und direkt aufs College geht.

CareerWise ist die Idee von Noel Ginsburg, dem Gründer eines in Colorado ansässigen, fortschrittlichen Produktionsunternehmens namens Intertech Plastics. Ginsburg besuchte die Schweiz, die ein vielbeachtetes Lehrlings-Ausbildungsprogramm hat, und war gleichzeitig Vorsitzender des Denver Public Schools College and Career Pathways Council. "Was ich nicht erwartet habe, ist, dass die Ausbildung nicht nur auf den Bausektor beschränkt ist – sondern sie betrifft über 250 Ausbildungswege, von der Fertigung bis zum Bankwesen", sagte Ginsburg. "70 Prozent der Jugendlichen machen eine Ausbildung, anstatt direkt aufs College zu gehen."

Die Schweiz ist nicht das einzige entwickelte Land mit einem soliden Lehrlingsprogramm; das Modell ist in Deutschland und Österreich seit langem verbreitet, und sowohl Australien als auch Grossbritannien haben in den letzten Jahren Initiativen zur Steigerung der Lehrlingsausbildung gestartet. Studien über Programme in diesen Ländern haben erhebliche wirtschaftliche Vorteile für Auszubildenden und die Mitarbeiter nachgewiesen. Allerdings ist das Modell in den Vereinigten Staaten nach wie vor selten. Ginsburg war überzeugt, dass ein landesweites Ausbildungsprogramm sowohl dazu beitragen könnte, die Herausforderungen der Arbeitskräfte in Colorado zu bewältigen als auch den Zugang zu gut bezahlten Arbeitsplätzen in einer Vielzahl von Branchen zu erweitern, die nicht typischerweise mit einer Ausbildung in Verbindung gebracht werden.

Er überzeugte den Gouverneur von Colorado, John Hickenlooper, von dieser Idee, und die beiden kehrten 2015 in die Schweiz zurück, zusammen mit 50 weiteren CEOs lokaler Unternehmen, Leitern von Schulbezirken und Community Colleges sowie Philanthropen, um das Modell genauer zu studieren.

Ashley Carter, Chief Operating Officer von CareerWise, sagt, dass das Programm darauf ausgelegt war, mehrere wichtige Komponenten des Schweizer Modells zu kopieren. Die erste ist, dass die Geschäftspartner von CareerWise während der Ausbildung eine Rendite von ihrer Investition in Lehrlinge erwarten dürfen. Zudem dürften die Ausbildungsplätze von CareerWise die Karrierechancen der Schüler erhöhen und nicht einschränken."

"Die Schweizer haben ein sehr durchlässiges Ausbildungssystem geschaffen", sagte Carter. "Und damit meinen wir, dass Jugendlichen, die in der Schweiz eine Lehre beginnen, eine Vielzahl von Möglichkeiten offenstehen. Sie können promovieren; sie können direkt in die Arbeitswelt einsteigen.... Eine Lehrausbildung einschlagen ist also keine Sackgasse."

Das Programm bezweckt nicht allen zu sagen: "Man braucht nicht einen vierjährigen Abschluss", erklärt Ginsburg. "Gleichzeitig gibt es andere Jobs, bei denen man keinen vierjährigen Abschluss braucht, um erfolgreich zu sein. Das ultimative Ziel ist es, sicherzustellen, dass Kinder ihre Bildungs- und Karriereoptionen betrachten und sich fragen, ob dieser Weg eine Karriere erlaubt, die sie in die Mittelschicht und darüber hinaus führt."

Auszug aus: The Atlantic / 07. September 2018 / Dwyer Gunn
Zusammenfassung und Übersetzung: Gabriele Wittlin, UPCF

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  • 15 Oktober 2018
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