Talente fördern


Die Menuiserie Ebénisterie Oberson SA bildet zwei Lernende in ­verschiedenen Lehrjahren aus. Das Unternehmen ist sich der Bedeutung eines qualifizierten Nachwuchses bewusst und investiert entsprechend in die Betreuung seiner Jungtalente.

Im Rahmen des letzten Herbstauftakts der Unternehmen wurde die Menuiserie Ebénisterie Oberson SA mit dem Preis Bester Ausbildungsbetrieb in der Kategorie Bautechnik ausgezeichnet. Eine Anerkennung für das gesamte Team und die Unternehmensleitung, die ihre Lernenden so ausbilden, dass sie Selbstständigkeit und Freude am Schreinerhandwerk entwickeln.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1979 ist die Berufsbildung für die in Riaz ansässige Menuiserie Ebénisterie Oberson SA ein zentraler Bestandteil der Unternehmensidentität. Vor zehn Jahren übernahm Joël Rigolet, heute Co-Direktor, die Verantwortung für die Betreuung der Lernenden und gestaltete ihre Organisation grundlegend um. «Ich wollte die Betreuung so strukturieren, dass sich jede und jeder wirklich begleitet fühlt», erklärt er.

Das Unternehmen bietet zwei Arten von Schnupperlehren an: eine erste, um den Beruf kennenzulernen, und eine zweite, um sich gezielt auf eine mögliche Bewerbung vorzubereiten. Die Jugendlichen führen dabei praxisnahe Übungsaufgaben durch, anhand derer ihre Eignung beurteilt werden kann. «Wir haben in der Rekrutierungsphase stets Lernende gefunden. In der Regel bewerben sie sich nach ihrer Schnupperlehre, weil sie von der Dynamik des Unternehmens begeistert sind», betont Joël Rigolet.

Die Betreuung der Jugendlichen basiert auf einem detaillierten Plan, der am offiziellen Lehrplan ausgerichtet ist. Dadurch erhalten sie einen klaren Überblick über die anstehenden Arbeiten, die zu erwerbenden Kompetenzen und die vorgesehenen Gespräche. «Es ist wichtig, dass sie das in der Berufsfachschule und in den praktischen Kursen geforderte Niveau erreichen», hält der Verantwortliche fest.

Das Unternehmen engagiert sich umfassend für die Betreuung der Lernenden. Ab 2026 wird zudem ein Mitarbeiter die Ausbildung zum Berufsbildner absolvieren, um die technische Betreuung in der Werkstatt zu stärken, während sich der bisherige Verantwortliche verstärkt der administrativen Begleitung widmet. Eine langfristige Investition, die dem Bestreben entspricht, die Wissensvermittlung im Betrieb noch professioneller zu gestalten. «Zu sehen, wie die jungen Leute selbstständig werden und Freude an der Arbeit haben, erfüllt mich mit echtem Stolz», fügt Joël Rigolet hinzu.

Ausbilden, um auf dem neuesten Stand zu bleiben

Die Präsenz junger Menschen in der Werkstatt bringt Dynamik und Offenheit mit sich. Für Joël Rigolet ist dies zugleich eine Möglichkeit, mit der Entwicklung des Berufs Schritt zu halten. «Unsere Branche verändert sich schnell, insbesondere durch die Digitalisierung. Wir haben den digitalen Wandel vollzogen, und das bedeutet, dass wir auch unsere Mitarbeitenden entsprechend ausbilden und begleiten müssen.»

Die grösste Herausforderung bleibt jedoch die Zeit. «Der Verwaltungsaufwand nimmt stetig zu, und wir bewegen uns in einer hart umkämpften Branche mit immer kürzeren Fristen. Um eine qualitativ hochwertige Ausbildung anbieten zu können, braucht es echte Bereitschaft, sonst gerät sie rasch in den Hintergrund», betont Joël Rigolet.

Dieser tägliche Einsatz beruht auf der festen Überzeugung, dass die Zukunft der Branche von ihren Ausbildungsbetrieben abhängt. «Wir beklagen uns über den Mangel an Fachkräften. Es liegt an uns, sie auszubilden, und zwar gut», hält er fest.

Anlässlich des letzten Herbstauftakts der Unternehmen wurde die Menuiserie Ebénisterie Oberson SA als bester Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet. Eine grosse Anerkennung für das gesamte Team. «Wir investieren viel Energie in diesen Bereich. Diese Auszeichnung ist eine echte Belohnung für unsere Bemühungen und erhöht unsere Sichtbarkeit», freut sich Joël Rigolet. Und er fügt hinzu: «Sie zeigt auch, dass die jungen Leute motiviert sind. Es ist unsere Aufgabe, ihnen dabei zu helfen, ihr Potenzial zu entfalten.»

  • Gründungsjahr des Unternehmens: 1979
  • Anzahl Beschäftigte: 10
  • Anzahl Lernende: 2
  • Tätigkeitsbereich: Innenausbau aus Holz im privaten und öffentlichen Bereich
  • Verantwortlich für die Berufsausbildung: Joël Rigolet