Was hat Sie zur Entwicklung Ihres Projekts inspiriert?
Wir sind von einer Feststellung ausgegangen: Die derzeitigen Lösungen zur Erkennung von Krankheiten in Kulturpflanzen oder Tierbeständen sind zuverlässig, aber langsam und schwer transportierbar, wie die PCR (Polymerase Chain Reaction), oder sie sind schnell, aber unzuverlässig, wie Teststreifen. Bislang war es noch niemandem gelungen, diese Eigenschaften in einer einzigen Lösung zu vereinen. Diese Herausforderung hat uns motiviert.
Können Sie uns in wenigen Worten erklären, worin Ihre Innovation besteht?
Wir haben einen Prototyp eines tragbaren Mikroskops entwickelt, das kleiner als ein Schuhkarton ist, mit Batterien betrieben wird und mit jedem Smartphone kompatibel ist. Dieses Gerät wird dann mit spezifischen Tests und einer mobilen Anwendung kombiniert. Das Gesamtpaket ermöglicht schnelle und sensitive Diagnosen direkt vor Ort, ohne dass ein Labor hinzugezogen werden muss. Das Mikroskop wird einmalig verkauft, die Tests je nach Bedarf, und die App wird lizenziert. Diese Kombination macht die Lösung zugänglich, zuverlässig und benutzerfreundlich.
Wer sind Ihre derzeitigen Kunden und welche Märkte bieten Potenzial?
Unsere ersten Pilotversuche richten sich an Landwirte, sowohl im Bereich Ackerbau als auch Viehzucht. Die Märkte für Pflanzenschutz und Tiermedizin verzeichnen ein jährliches Wachstum von fast zehn Prozent, was erhebliche Perspektiven eröffnet. Unsere Technologie ist jedoch flexibel. Langfristig streben wir auch Diagnosen für Menschen und die Lebensmittelindustrie an.
« Unsere Lösung ist schnell, tragbar und zuverlässig. »
Inwiefern unterscheidet sich Ihre Lösung von den bestehen- den Lösungen in Ihrem Tätigkeitsbereich?
Sie ist tragbar, schnell und zuverlässig und dennoch erschwinglich. Unsere Tests sind vielseitig einsetzbar und können an verschiedene Krankheiten angepasst werden. Darüber hinaus wird die Anwendung Echtzeitarnmeldungen bieten und eine kollektive Überwachung ermöglichen, was bisher einzigartig ist.
Was sind die nächsten geplanten Schritte?
Das Ziel für 2026 ist es, das Mikroskop für den Feldeinsatz zu optimieren, den ersten Test für Zuckerrüben zu entwickeln und die Beta-Version der App zu starten. Wir haben eine Absichtserklärung von Grangeneuve, die uns bei der Durchführung von Pilotversuchen helfen wird. Danach folgen die Gründung eines Spin-offs, die Zertifizierung und die Expansion in den Veterinärund Pflanzenschutzmarkt.
Abschliessend noch eine Frage: Sie werden seit vielen Jahren von Fri Up unterstützt. Wie sieht diese Zusammenarbeit aus?
Fri Up begleitet uns bei der Strukturierung des Projekts, der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten, der Vorbereitung der Unterlagen sowie beim Networking mit strategischen Partnern aus dem Innovationsbereich.