FRintegration präsentiert sich neu


Im Oktober 2025 erhielt die Plattform FRintegration ein umfassendes Redesign. Das System wurde überarbeitet, um den Austausch zwischen Unternehmen und Personen mit Migrationshintergrund zu erleichtern.

Die 2019 lancierte Plattform FRintegration wurde kürzlich grundlegend neu gestaltet. Sie ist nun als Instrument für Begegnungen zwischen Unternehmen und Flüchtlingen konzipiert und wird von Integrationsfachleuten begleitet. Ziel ist es, den Bedürfnissen der Freiburger Unternehmen besser gerecht zu werden und gleichzeitig den Flüchtlingen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.

FRintegration entstand nicht am Schreibtisch, sondern im Herzen eines Unternehmens. Im Jahr 2019 erhielt Pierre Siffert, Direktor von Debrunner Acifer SA, das Dossier eines Flüchtlings mit einem vielversprechenden Profil. Auf der Suche nach Informationen, Kontakten und Anlaufstellen stellte er fest, dass es kein zentrales Instrument gab, um Unternehmen bei der Anstellung von Personen mit Asylhintergrund zu unterstützen. Die Anstellung kam dennoch zustande und gab den entscheidenden Impuls zur Entwicklung der Plattform.

Gemeinsam mit dem Kantonalen Sozial­amt (KSA) und dem Freiburger Arbeitgeberverband (FAV) initiierte er daraufhin die ­Realisierung einer ersten Version von FRintegration. Das Konzept sah vor, Lebensläufe von Personen mit Migrationshintergrund auf der Plattform zu hinterlegen, die von Unternehmen eingesehen und für eine Kontaktaufnahme ausgewählt werden konnten.

Das System bewährte sich grundsätzlich, stiess jedoch zunehmend an seine Grenzen. Ende 2024 ging die Nutzung der Website zurück, während der administrative Aufwand zunahm, ohne dass sich die Ergebnisse wesentlich verbesserten. «Der Austausch erfolgte hauptsächlich per Telefon oder per E-Mail und nicht über die Plattform», erklärt Etienne ­Guerry, Referent für Finanzen und sozialen Zusammenhalt beim KSA.

Eine Neugestaltung, an der Praxis orientiert

Die Ende Oktober 2025 eingeleitete Neugestaltung markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung dieses Instruments zur Personalgewinnung. Der Anstoss dazu kam diesmal von den Integrationsberaterinnen und -beratern von ORS und Caritas, welche die Plattform bereits in der Praxis nutzten, dabei jedoch Verbesserungspotenzial erkannten. So entstand die Idee, FRintegration zu einem echten Rekrutierungsinstrument auszubauen, das von Fachleuten betreut wird, die sowohl die Unternehmen als auch die Profile der Stellensuchenden kennen.

Konkret bedeutet dies, dass Unternehmen keine Bewerbungen mehr selbst vorsortieren müssen. Sie formulieren ihren Bedarf, schalten eine Anzeige und die Vorauswahl wird von den Beraterinnen und Beratern übernommen. «Unternehmen mangelt es an Zeit. Das Matching ist unsere Aufgabe», fasst Etienne Guerry zusammen. So sparen die Betriebe wertvolle Ressourcen und werden zugleich bei den administrativen Abläufen entlastet. Die ersten Resultate bestätigen den Ansatz. Bereits zwei Monate nach dem Start der neuen Version zeigen sich vielversprechende Ergebnisse. Die Zahl der registrierten Unternehmen ist von 124 auf 155 gestiegen. Zudem wurden bereits 44 Stellen über die Plattform besetzt, gegenüber 25 vor der Neugestaltung. «Wir hatten noch nie so viele Neuanmeldungen in so kurzer Zeit», freut sich ­Etienne Guerry.

Die Stellenangebote betreffen hauptsächlich das Hotel- und Gastronomiegewerbe, das Bau- und Ausbaugewerbe, die Reinigungsbranche sowie die Hauswirtschaft – alles Branchen, in denen ein akuter Arbeitskräftemangel herrscht.


Zusammenarbeit mit dem FAV

«Über das Tool hinaus vermittelt FRintegration auch die Botschaft, dass die Personen mit Mitgrationshintergrund ein echtes Potenzial für Freiburger Unternehmen darstellen», betont Daniel Bürdel, stellvertretender Direktor des FAV, der das Projekt von Anfang an begleitet hat. Kurzpraktika, direkte Anstellungen, Ausbildungen oder ein EFZ: Die Wege sind pragmatisch gestaltet und zielen auf eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt ab.

Der FAV spielt in diesem Projekt eine zentrale Rolle. Er war von Beginn an beteiligt, fungierte als Vermittler und brachte seine Expertise ein, um zur Entwicklung eines ebenso relevanten wie funktionsfähigen Tools beizutragen. Heute arbeiten die Teams des FAV aktiv daran, die Plattform bei ihren Mitgliedern bekannt zu machen. «Angesichts des Arbeitskräftemangels, von dem zahlreiche Branchen betroffen sind, bietet FRintegration den Freiburger Unternehmen ein wirksames Instrument, um ihr Rekrutierungspotenzial zu erweitern, ohne ihre Abläufe zu verkomplizieren», erklärt Daniel Bürdel, der die Unternehmen dazu ermutigt, sich über diese Plattform zu informieren.

Sind Sie vom Arbeitskräftemangel betroffen? Finden Sie mit nur drei Klicks die passende Person auf der kostenlosen Plattform www.frintegration.ch.

  • 3 Unternehmensberaterinnen und -berater
  • 155 registrierte Unternehmen bei FRintegration (Ende 2025)
  • 44 besetzte Stellen (Ende 2025)