Was hat Sie zur Gründung Ihres Start-ups inspiriert?
Das Projekt Logistock entstand 2021 im Rahmen unseres Studiums. Wir stellten fest, dass eine erhebliche Menge an neuen Baumaterialien systematisch weggeworfen wird, entweder während der Bauarbeiten oder nach einer Lagerung im Depot. Diese Überschüsse werden auf etwa zehn Prozent der verwendeten Materialmengen geschätzt. Für Unternehmen ist es oft teurer, diese Materialien zurückzuholen, zu lagern und wiederzuverwenden, als sie zu entsorgen und neu zu kaufen. Aus dieser Verschwendung wollten wir eine Chance machen, indem wir eine Materialbörse ins Leben gerufen haben.
Können Sie uns kurz erklären, wie Ihre Lösung funktioniert?
Logistock ist der erste Schweizer Marktplatz, der sich auf überschüssige Baumaterialien spezialisiert hat. Konkret
können Bauunternehmen hier ihre überschüssigen Materialien online veröffentlichen, wobei die Angebote oft bis zu 70 % günstiger sind als auf dem traditionellen Markt. Unsere Plattform vereinfacht den Prozess: Inseratenaufgabe, gezielte Sichtbarkeit und sichere Transaktionen. Es handelt sich um ein ökologisches und zugleich wirtschaftliches Tool, da sich damit auch Transport-, Lager- und Entsorgungskosten reduzieren lassen.
Wer sind Ihre aktuellen Kunden und wo liegen Ihre potenziellen Märkte?
Seit 2024 hatten wir mehr als 90 Nutzer und über 220 aktive Inserate. Zu Beginn richteten wir unser Angebot an Fachleute. Anfang 2025 haben wir dann als Reaktion auf den Selbstbau-Boom auch Privatpersonen einbezogen mit dem Ziel, ihnen den Zugang zu professionellen Materialien zu reduzierten Preisen zu ermöglichen. Unsere Kunden sind daher sowohl Privatpersonen als auch Fachleute aus dem Baugewerbe. Langfristig wollen wir uns stärker für KMU aus dem Baugewerbe, Dachverbände des Baugewerbes und den Bereich der öffentlichen Bauarbeiten öffnen.
Was sind die Vorteile für die Nutzer und worin unter- scheidet sich Ihre Lösung von den bisherigen Ansätzen in Ihrem Tätigkeitsbereich?
Unsere Lösung bietet einen doppelten Vorteil. Zum einen einen wirtschaftlichen: Der Zugang und die Nutzung der Plattform sind kostenlos. Zum anderen einen ökologischen: Indem wir Überschüssen ein zweites Leben geben, reduzieren wir die durch Transport und Produktion verursachten Abfälle und Emissionen. Im Gegensatz zu allgemeinen Plattformen ist Logistock vollständig auf den Bausektor ausgerichtet.
Wie positionieren Sie sich gegenüber der Konkurrenz?
Unsere Stärke liegt in unserer Spezialisierung und lokalen Verankerung. Wir arbeiten mit Partnern aus der Branche zusammen, darunter ein Schweizer Marktführer, mit dem wir eine strategische Partnerschaft eingegangen sind. Das Label «Carbon Fri», das wir erhalten haben, stärkt unsere Glaubwürdigkeit in Sachen Nachhaltigkeit.
Welches sind Ihre nächsten geplanten Schritte?
Wir möchten unser Netzwerk erweitern, indem wir mit neuen HGC-Filialen zusammenarbeiten und unsere Präsenz
bei Freiburger Bauunternehmen stärken. Mittelfristiges Ziel ist es, Logistock in der gesamten Westschweiz bekannt zu machen.
Eine letzte Frage zum Schluss: Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit Fri Up aus?
Wir haben Fri Up 2021 bei einer Präsentation unseres Collège du Sud in Bulle entdeckt – genau zu dem Zeitpunkt, als die Idee für Logistock entstand. Anschliessend wurden wir vom Verein eingeladen, unsere Idee beim Start-up-Lunch im vergangenen September vorzustellen: eine grossartige Gelegenheit, unsere Lösung dem Freiburger Ökosystem zu präsentieren und unser Netzwerk zu erweitern.